SEHENSWÜRDIGKEITEN JAGEN: WIE WICHTIG SIND SIE ÜBERHAUPT?

Der Eiffelturm in Paris ist wohl eins der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Quelle: Pexels

Sehenswürdigkeiten. Die einen lieben sie und jagen während der ganzen Reise danach. Die anderen hassen sie und schauen sich möglichst alles ausserhalb von grossen Menschenmengen an. Doch müssen es immer diese Extreme sein? Muss es jede Sehenswürdigkeit vor Ort sein, damit man sie von der Liste abhaken kann? Oder muss es unbedingt weit weg von jeglicher Sehenswürdigkeit sein, um bloss kein typischer Tourist zu sein?

Eins ist klar, Sehenswürdigkeiten spalten die Welt der Reisenden wie noch nie zuvor. Über die Pros und Contras, und den goldenen Mittelweg.

Die Sehenswürdigkeitenjäger

Wir alle kennen sie. Ausgerüstet mit einer langen Todo-Liste begeben sie sich auf ihr nächstes Abenteuer, mit dem Ziel möglichst alles abzuklappern. Jedes Museum muss besucht werden. Jede Kirche soll von innen gesehen werden. Jeder bekannte Hotspot wird vor Ort, live und in Ton und Farbe persönlich erlebt.

Wenn bloss eine der Punkte von der Liste nicht abgehakt wird, kommt in einem das Gefühl auf, etwas verpasst zu haben. Das Gefühl, dass die Zeit doch nicht ganz gereicht hat, alles zu sehen.

Es fühlt sich so unvollkommen an.

Was wenn einer der nicht besuchten Orte vielleicht genau dieses eine grosse Highlight der Reise geworden wäre? Was, wenn man an diesen unbesuchten Orten die Zeit seines Lebens gehabt hätte?

Und jetzt weiss man es einfach nicht, weil man den Ort nicht besucht hat.

Ein furchtbarer Gedanke, nicht wahr?

Die Slowtraveller

Dann gibt es die andere Spezies von Reisenden, die mit dem Jagen von Sehenswürdigkeiten nichts am Hut haben möchte.

Sie haben den scheinbar wahren Wert von Reisen herausgefunden. Sie wissen, dass Sehenswürdigkeiten so gar nichts mit dem Land und der besuchten Destination zu tun haben, den die authentische Reise verbirgt sich hinter den Einheimischen und deren ganz persönliche Geschichte.

Weit weg von jeglichen typischen Sehenswürdigkeiten, überfüllt mit riesigen Menschenmengen halten sie sich auf, um dabei möglichst nahe den Ort, das Land und die Menschen kennenzulernen.

Nicht so, wie uns das Land gerne von Tourismusorganisationen präsentiert wird, sondern vielmehr, wie sie wirklich ist.

Und weil es den Slowtravellern nicht um das blosse „Ankommen“ geht, sondern der Weg dahin auch die Reise selbst ist, steigen sie bevorzugt nicht in ein Flugzeug, sondern nehmen für die Anreise lieber den Zug, das Auto oder sogar das Boot.

Die Freiheitsstatue in New York zieht täglich Unmengen an Touristen an und ist weltweit bekannt. Quelle: Pexels

Sehenswürdigkeiten sind geil

Auch wenn ich mich persönlich nicht als typischer Jäger von Sehenswürdigkeiten sehe, so kann ich den Hype dagegen überhaupt nicht nachvollziehen.

Es sind die Sehenswürdigkeiten, die die Geschichte des Landes und der Menschen dahinter erzählen. Es ist deren Stolz, der da in Form von Bauten und Skulpturen sie und ihre Geschichte präsentiert.

Genau diese Sehenswürdigkeiten sind der Grund, warum wir alle mal vor langer Zeit unsere erste Reise auf uns genommen haben und dabei merkten, das Reisen uns erfüllt und eigentlich viel mehr dahinter steckt, als das blosse Abklappern.

Wie viele von diesen Sehenswürdigkeiten haben uns motiviert, mit unseren Liebsten eine neue Destination zu bereisen und dabei wunderschöne und unvergessliche gemeinsame Momente zu erleben, die uns ein Leben lang in schönster Erinnerung bleiben werden.

Big Ben in London ist eigentlich das erste, woran man denkt, wenn über London gesprochen wird. Quelle: Pexels

Die goldene Mitte

Extreme sind nie gut. Egal in welcher Hinsicht.

Schwarz-Weiss-Denken lässt uns manchmal nicht die Dinge sehen, die uns vielleicht mit neuen Erfahrungen bescheren würden. Wenn wir es doch nur zulassen würden.

Ist das Jagen nach Sehenswürdigkeiten die falsche Art zu Reisen? Vielleicht!

Haben Slowtraveller mit ihren langsamen entdecken von Orten Recht? Möglich!

Kann dir das alles eigentlich völlig egal sein?

Verdammt, ja!

Wenn du eine Sehenswürdigkeit sehen möchtest, dann mach es doch einfach.

Wenn du kein Bock auf die Menschenmenge und all die Touristen hast, dann geh einfach nicht hin.

Das Leben kann so simpel sein.

Sehenswürdigkeiten sind eine schöne Sache und haben absolut ihre Daseinsberechtigung. Genau so sollten sie nicht der Hauptbestandteil einer Reise sein, weil hinter jedem Ort viel mehr dahinter steckt, als das nächste berühmte Gebäude.

Es sind die Menschen, die den Ort zu etwas besonderem machen. Es sind die persönlichen Gefühle und Emotionen während dem Entdecken, die der Reise einen ewigen Platz im Herzen geben. Es sind die schönen Momente, die man mit den Menschen auf der Reise verbringt, seien es Mitgereiste oder Menschen, die erst während der Reise in das eigene Leben eintauchen.

Sehenswürdigkeiten können der besuchten Destination einen gewissen Flair verleihen. Sehenswürdigkeiten können oft der Grund sein, warum du überhaupt dort bist. Sehenswürdigkeiten können auch Orte sein, die nur für dich sehenswürdig sind. Sehenswürdigkeiten sind manchmal bloss Orientierungspunkte deines persönlichen Abenteuers.

Auch wenn viele Sehenswürdigkeiten von Menschenmengen überfüllt sind und dadurch vielleicht das schöne Erlebnis gemindert werden kann, so können sie auch wunderschöne Geschichten vor, während und nach deren Besuch schreiben.

PS: Der Beitrag ist bewusst etwas provokativ geschrieben. Es soll sich niemand direkt angegriffen fühlen. Liebe für die Welt.

Was ist deine Meinung zu Sehenswürdigkeiten? Welchen Stellenwert haben sie auf deinen Reisen?

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Kommentare

  1. Oli sagt:

    Ich sehe das auch so, dass man sich weder für das eine noch das andere entscheiden muss. Sehenswürdigkeiten haben oft eine grosse kulturelle und historische Bedeutung. Wer sie auslässt, verpasst genauso viel wie der, welcher keine Gespräche mit den Menschen vor Ort führt.

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