KIND AUF REISEN: WAS DU VOM INNEREN KIND LERNEN KANNST

Das Reisen mit dem inneren Kind.

Das Reisen mit dem inneren Kind.

Als Kind können wir es kaum erwarten, endlich erwachsen zu werden. Und als erwachsene, sehnen wir uns nach der eigenen Kindheit.

Kannst du dich noch erinnern, wie du ganze 8,5 Jahre alt warst? Schliesslich bist du nicht mehr 8 gewesen und das sollte die ganze Welt bitte auch so anerkennen.

Leider werden wir nur viel zu schnell erwachsen. Viel zu schnell kommt die Pubertät, in der wir sowieso alles besser wissen. Dann dauert es nicht mehr lange und wir sind Volljährig, dürfen Autofahren und steige komplett ins Arbeitsleben ein.

Ist damit das Kindsein wirklich vorbei?

Spätestens als junge Erwachsene sehnen wir uns immer wieder nach den Momenten, als wir noch so jung, etwas naiv und vor allem frei waren. Frei von all den sozialen Zwängen und voller Entdeckungslust. Im Alltag, wie auch auf Reisen. Wir sollten öfters die Welt durch Kindersaugen sehen, dafür sprechen viele Vorteile.

Keine soziale Programmierung

Weisst du, was ich an den kleinen Lebenwesen so bewundere? Weisst du, welche wundervolle Eigenschaft wir einst ebenfalls hatten und nun verlernt haben?

Wir waren frei von jeglicher sozialer Programmierung. Uns war es egal, woher jemand kommt, welcher Religion oder Rasse er angehört. Der Mensch kommt ohne jegliche Vorurteile auf die Welt.

Wir kennen nur das Gefühl der Liebe. All die negativen Eigenschaften werden bloss angelehrt. Sei es durch das eigene Umfeld, die Medien oder unsere Lebenserfahrungen.

Leider können wir nicht alles komplett filtern. Unsere Lebenserfahrungen werden immer einen Einfluss auf die eigene Charakterentwickung haben.

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil. – Nelson Mandela

Ich bin mir sicher, dass du ein weltoffener Mensch bist und dennoch möchte ich dich bitten, dass du dich mal ganz ehrlich fragst, ob du jeden Menschen auf dieser Welt im ersten Augenblick komplett ohne Vorurteile gegenüber trittst?

Durch das Reisen wird dein Weltbild stets weltoffener und trotzdem habe auch ich immer wieder Vorurteile, die ich stets versuche so schnell wie möglich zu begraben.

In Dubai hatte ich durch all die negativen Medienberichte immer mal wieder ein komisches Gefühl im Magen. Ich kann dir eins sagen – völlig zu Unrecht. Und glaub mir, ich war bereits vor der Reise den manipulativen Medien gegenüber sehr kritisch, doch es lies mich trotzdem nicht kalt.

Aktuell reise ich durch Peru und Brasilien. Auch hier habe ich durch all die Berichte von anderen Menschen etwas Respekt davor, auf der Strasse nicht ausgeraubt zu werden.

Denkt jetzt mal an dein inneres Kind! Dieses würde jeden Mensch auf der ganzen Welt immer gleich begegnen. Genau dieses Verhalten hat im ersten Moment auch jeder von uns verdient.

Nichts gegen die gesunde Vorsicht, doch wir übertreiben es leider viel zu oft.

Peter Pan und das Erwachsenwerden

Ich liebe es, wenn ich sehe, wie kleine Kinder total frei herumlaufen und einfach jeden ansprechen und mit allen spielen möchten. Einem Kleinkind ist es egal, wer oder was du bist. Durch seine Augen bist du bloss eine Person, mit er er spielen möchte.

Mir tut es fast schon weh, wenn dann die Eltern das Kind “beruhigen” und es zur „Vernunft“ bringen wollen.

Stör die Leute nicht!

Was meinst du, wie freier du heute auf die Menschen zugehen würdest, wenn dir nicht ständig eingeredet wäre, dass man sowas ja nicht macht?

Ich sage nicht, dass das Kind penetrant und nervig sein soll. Doch es soll ruhig Kind sein und seinen Charakter eine freie Entwicklung ermöglichen.

Das innere Kind auf Reisen

Fragst du dich nun, was das alles mit dem Thema Reisen zu tun?

Viel mehr als du denkst!

Ich möchte dich dazu motivieren, dass du ab jetzt zumindest auf Reisen mehr dein inneres Kind wieder aufleben lässt.

Entdecke die Welt mit den Augen eines Kindes!

Laufe im Leben und auf Reisen nicht einfach an Sachen vorbei und nehme sie nicht als selbstverständlich an. Nichts auf der Welt ist selbstverständlich und alles ist einmalig und besonders.

Jeder Augenblick. Jeder Mensch.

Wir laufen viel zu oft fast schon blind durchs Leben und erkenen die kleinen und schönen Dinge nicht mehr.

Es ist grossartig, wie Kinder versuchen, die Welt nicht bloss mit ihren kleinen Augen zu entdecken, sondern ihr ganzes Herz dafür öffnen.

Ich bewundere die Naivität, mit der die Welt selbst als Erwachsener entdeckt werden kann.

Nur keine falsche Coolnes. Es ist völlig in Ordnung, mal etwas doof rüberzukommen. Wir haben viel zu oft die Möglichkeit erwachsen zu sein. Deshalb sollten wir auch die Möglichkeiten nutzen, einfach mal Kind zu sein.

Versuche bei deiner nächsten Reise oder auch im Alltag einfach mal die Sachen als nicht selbstverständlich anzusehen und befasse dich intensiv mit der Umwelt. Geniesse beim Spaziergang am Strand die Wellen und wie sie ineinander brechen. Lass dich von den Sonnenstrahlen blenden, während du den warmen Sand unter deinen Füssen spürst. Spiel von mir aus auch mid dem Sand, wenn du darauf Lust hast – egal, was andere denken.

Rieche an den Blumen, weil sie so wundervoll riechen. Beobachte die Vögel und andere Tiere, wie sie den Alltag meistern und laufe nicht bloss an ihnen vorbei.

Gehe offener auf fremde Menschen zu und öffne dich ihnen gegenüber. Sprich einfach mal jemanden unbekannten an und lerne ihn kennen. Erlaube dir, Fehler zu machen und schäm dich für nichts.

Mach einfach das, worauf du wirklich Bock hast und scheiss auf die Meinung anderer. Mal ganz im Slang gesagt.

Frage dich stets, was dein kleines Ich in dieser Situation machen würde.

Wie lässt du dein inneres Kind aufleben?

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Kommentare

  1. Esther sagt:

    Hallo Igor
    Was für ein schöner Artikel! Das siehst Du genau richtig. Kinder sehen unsere Welt mit anderen Augen, ganz ohne Vorurteile. Ich bin froh, dass ich deshalb seit einigen Monaten mit unserem Kind gemeinsam die Welt entdecken darf. So sehe ich diese wieder ein Stück durch Kinderaugen.
    Liebe Grüsse
    Esther

  2. Sabine sagt:

    Hallo Igor,
    das „innere Kind“ kommt ein wenig zurück, wenn man selbst Kinder hat. Tatsächlich sieht man die Welt dann ein bisschen aus dem Blickwinkel des eigenen Kindes. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, denn wie Du schon sagst, wir haben alle unsere Erfahrungen gemacht und wurden dadurch zum Positiven, aber auch zum Negativen geprägt. Aber es ist faszinierend, wie viel man plötzlich wieder intensiv wahrnimmt, wenn man gemeinsam mit seinem Kind durch die Welt geht. Plötzlich reflektiert man dann auch das eigene eingefahrene Verhalten. Kinder haben einfach einen positiven Einfluss 🙂

    • Igor Igor sagt:

      Hej Sabine
      Freut mich, dass eine erfahrene Reisebloggerin mit Kind sowas schreibt! Dann habe ich selbst ohne Kind die Welt gut beobachtet. Wahrscheinlich war es mein inneres Kind. 🙂
      Weiterhin ganz viel Spass!

  3. Moritz-J sagt:

    Hallo Igor,

    sehr schön geschriebener Artikel, mal was völlig anderes, die Tipps werde ich bei meiner nächsten Reise definitiv beachten 🙂

    Viele Grüße
    Moritz

  4. Horst sagt:

    Servus Igor!

    Der Artikel gefällt mir sehr gut! Ja, dass innere Kind sollten wir wirklich viel öfter rauslassen und die Angst, „schräg“ angesehen zu werden, überwinden.

    Wenn eine renommierte Zeitung Anfang Jänner schreibt: „Die Angst ist wieder da!“, dann wissen wir, wie sehr uns die Medien beeinflussen. Wenn jeder Diebstahl eines Flüchtlings zwei Seiten füllt, während das Vergehen eines Inländers bestenfalls einen Dreizeiler wert ist, dann müssen wir eben selber viel achtsamer sein und die Dinge ins richtige Licht rücken.

    Wie schön ist es in dem Fall, wirklich die Kinder zu beobachten, wie sie völlig vorbehaltlos aufeinander zugehen… egal, welche Hautfarbe der andere hat oder welcher Herkunft er ist.

    In diesem Sinne – have fun
    Horst

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