VERLIEBT IN ASIEN: 10 GRÜNDE, DAS HERZ ZU VERLIEREN

23. April 2016

Fischer am Strand von Myanmar.

Seit meinem ersten Thailandbesuch ist es um mich geschehen: Ich liebe Asien. Kaum habe ich den Flughafen in Bangkok zum ersten Mal verlassen und die stickig heiße Luft eingeatmet, war es um mich geschehen.

Auf meiner Weltreise habe ich bisher 17 Länder auf 4 Kontinenten während der letzten 9 Monate besucht. Und kein Kontinent hat mich so gefesselt und beeindruckt wie Asien. Ob China, Indonesien, Kambodscha oder Myanmar. Ich liebe sie alle.

Was genau die Faszination Asien für mich ausmacht? Genau darüber habe ich für dich intensiv nachgedacht.

Gastbeitrag von Sandra @ Reiseerfahrungen-Blog

#1: Wenn es bei uns kalt ist, ist dort schönstes Wetter

Als Zentraleuropäer der sich dankenswerter Weise mit Jahreszeiten auseinandersetzen muss,
komme ich trotz leidenschaftlicher Winter- und Schneeliebe doch immer wieder in Versuchung an den Sommer zurück zu denken.

Gerade in der „grauen“ Jahreszeit, wenn sich der Schnee noch nicht blicken hat lassen oder bereits wieder das Weite gesucht hat, bieten sich die Strände von Thailand geradezu an, sie heimzusuchen.

Die beste Reisezeit für Südostasien beginnt im Herbst und geht bis in den Frühling hinein. Geradezu ideal um in den kühleren Monaten das Weite zu suchen. Doch auch außerhalb der Saison hat Asien einiges zu bieten.

#2: Die Mentalität

Religion oder Spiritualität spielen in vielen asiatischen Ländern noch eine wichtigere Rolle als beispielsweise bei uns in Europa. Auch die Familie hat einen besonders hohen Stellenwert in der Gesellschaft, was ich besonders nachahmenswert finde.

Meine Kinder sind mein größter Schatz,

erklärt und beispielsweise ein vietnamesischer Vater von 6 Kindern, für die er täglich mehr als 12 Stunden hart arbeitet.

Auch älteren Menschen wir wesentlich mehr Respekt entgegen gebracht als ich es bisher irgendwo anders erlebt habe. In China beobachten wir eine ältere Dame die es nicht rechtzeitig über die Straße schafft, bevor die Ampel wieder auf Rot schaltet. Auf der zuvor hektischen Kreuzung bleiben alle Fahrzeuge selbstverständlich stehen und ein junger Mann springt von seinem Fahrrad und begleitet die Dame auf die andere Straßenseite.

Als wir in Indonesien unser Kameraequipment im Hafen vergessen, wird uns dieses ohne das wir darum bitten ganz selbstverständlich mit der nächsten Fähre gebracht. Trinkgeld wollte die Überbringerin auch nur widerwillig annehmen.

Das ist doch selbstverständlich,

erklärt sie uns lächelnd in gebrochenem Englisch. Oder der ältere Herr in Myanmar der sich mit uns über unsere Reise unterhält und uns zum Abschied Glück und Segen für unsere Familien wünscht.

Werte, die in unserer westlichen Gesellschaft leider nicht mehr so gepflegt werden.

Kindliche Freude in Kon Tum

Lebensfreude in Kon Tum.

#3: Ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Was diese Destination unter anderem auch so Attraktiv macht ist das unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis (Japan ausgenommen). Für nur 15.- $ pro Tag kannst du einen privaten Guide anheuern der mit dir den kambodschanischen Dschungel erkundet oder du machst einen Kochkurs um 18.- $.

Einen Roller um die Umgebung zu erkunden leihst du schon um 5.- $ pro Tag. Oder du erklimmst Mount Rinjani auf Lombok in drei Tagen und zwei Nächten um 75.- $ inkl. Trägern und Verpflegung. Das du natürlich ein adäquates Trinkgeld für die fleißigen Guides und Träger einplanen solltest erklärt sich von selbst.

Zimmerpreise sind gerade in Südostasien nicht zu unterbieten. Um bereits 10.- $ bekommst du ein modernes und sauberes Doppelzimmer mit Badezimmer und Klimaanlage in weiten Teilen des Subkontinents. Die Konkurrenz ist zudem riesig, was sich gerade für Reisende besonders positiv auf den Preis auswirkt.

#4: Ein facettenreiches Angebot

Nicht nur das Preisniveau ist für westliche Reisende überaus attraktiv, sondern auch das Angebot ist unglaublich vielfältig. Mancherorts wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen beispielsweise ein Kajak zu mieten oder eine Höhlentour zu machen. Der Ideenreichtum der Bevölkerung scheint unermesslich und jede Saison kommt etwas Neues dazu.

Vom klassischen Strandurlaub mit oder ohne kostengünstigem Tauchschein, über Dschungelwanderungen und mehrtägigen Wandertouren, bieten sich auch pulsierende Städte mit großartigem Nachtleben oder beinahe einsame Inseln zum Entspannen an.

Für jeden Urlaubstyp sollte sich also etwas finden. Und keine Angst – auch für Adrenalinjunkies gibt es ausreichend atemberaubendes zu entdecken.

Ausflug In der Höhle von Tam Na Lot

#5: Der Straßenverkehr – das organisierte Chaos

Wer selbst schon einmal eine Hauptstraße in der Rushhour in Ho Chi Minh City überqueren wollte, der weiß genau wovon ich rede. Noch nirgends auf der Welt habe ich einen derart chaotischen und gleichzeitig unglaublich rücksichtsvollen Straßenverkehr wie in Asien erlebt.

Erspähst du eine kleine Lücke im Straßenverkehr, ist das deine Gelegenheit die Fahrbahn zu betreten. Als oberste Regel gilt: Bloß nicht stehen bleiben und immer mit konstanter Geschwindigkeit weitergehen.

Die Menschen auf ihren Rollern können Distanzen sehr gut einschätzen und nehmen gerade auf Touristen unglaublich Rücksicht. Wer sich selbst auf einem Roller in den Straßenverkehr traut wird auch hier schnell bemerken, wie wundersam und einfach sich die chaotisch wirkenden Kreuzungssituationen auflösen, sobald man mittendrin ist.

Ein spannendes Phänomen, dieser asiatische Straßenverkehr, der sicherer ist, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.

#6: Asiatische Küche und Streetfood

Als bekennender Foodie gibt es für mich nichts schöneres auf Reisen als die landestypischen Geschmäcker zu erfahren und besonders die unzähligen bunten Streetfoodstände zu testen.

Ob Pho in Vietnam, Satay in Indonesien oder Shan Noodles in Myanmar – ich liebe sie alle.

Reist du von einem Land ins nächste wirst du bald bemerken, dass auch die Gerüche aus den dampfenden Straßenküchen sowie die Zutaten unterschiedlich sind und du einige der bunten Obst- und Gemüsesorten noch nie zuvor gesehen hast.

In Thailand riechst du Kokosnuss und Kaffirlime Blätter, in Indonesien steigt dir permanent Grillgeruch in die Nase und in Chinas Sichuanprovinz kannst du die Schärfe der Gerichte förmlich riechen.

Und das beste ist: Überall werden Kochkurse angeboten. Somit kannst du dir selbst ein schönes Souvenir machen und ein paar landestypische Rezepte nach Hause mitnehmen.

Besonders liebe ich es, wenn sich ganze Straßen nachts in ein ganz anderes Bild hüllen und sich ein Streetfood-Stand an den nächsten reiht. Hanois Straßen sind ein Streetfood-Mekka, gerade bei tristem Regenwetter.

Asiatisches Streetfood

Zubereitung von asiatischen Streetfood.

#7: Morgen? Kein Problem

In Asien lässt sich alles kurzfristig organisieren.

Ein Schnorchelausflug, eine mehrstündige Busfahrt oder auch eine Dreitageswanderung kann man abends um 18 Uhr noch buchen ohne das dem Touroperator dir gegenüber der Angstschweiß übers Gesicht läuft. So entspannt wie die Menschen hier (meistens) sind, so einfach und flexibel lassen sich auch Touren organisieren.

Weit im Voraus planen musst du also nicht. Und triffst du abends beim Essen einen anderen Reisenden der dir von seinem tollen Ausflug am nächsten Tag erzählt, kannst du bestimmt noch mitmachen.

Alles ist hier möglich und der Kunde König.

Idyllisches Fischen in Vietnam.

Idyllisches Fischen in Vietnam.

#8: Alles Verhandlungssache

Um ganz ehrlich zu sein bin ich ja generell kein großer Freund davon zu Verhandeln. Doch auch ich habe auf meiner Reise gelernt, dass Verhandeln ein Teil der asiatischen Kultur ist und hier zum täglichen Geschäft gehört.

Wer stets freundlich aber dennoch bestimmt bleibt, erzielt zumindest den halben des ursprünglich angesetzten Preises.

Das du als Tourist am Markt ohnehin immer für deine Einkäufe draufzahlst, damit musst du rechnen. Jedoch solltest du dich nicht ärgern lassen, wenn du „Touristensteuer“ zahlst. Solange der Preis für dich in Ordnung ist, solltest du dich nicht grämen.

Und vergiss nicht zu verhandeln, damit du nicht mehr abgezockt wirst als notwendig.

Besuch auf dem Markt von Yangon

Besuch auf dem Markt von Yangon.

#9: Angst hatte ich noch nie

Ein weiterer Grund warum ich Asien so schön finde: Ich muss mir keine Sorgen um meine Sicherheit machen. Bei einer Reise durch Südamerika beispielsweise würde ich bei der Wahl meines Transportmittels nur renommierten Unternehmen mit einer makellosen Reputation vertrauen.

Natürlich war ich dennoch in Indonesien besorgt, als mein Rucksack mit meinem gesamtem „Leben“ gefüllt für mehrere Stunden ins Gepäckfach des klapprigen Busses gestopft wurde. Doch ich habe gelernt, dass man den Menschen hier durchaus vertrauen kann. Selbst am Dach eines Minibusses wurde mein Backpack schon transportiert und niemand hat versucht etwas zu stehlen.

Klar erzählen uns andere Reisende vom ein oder anderen Diebstahl. Dennoch muss ich ganz deutlich sagen, dass zumeist die Touristen selbst Teil des Problems waren.

In einem Land an dem jeder Zweite an der Armutsgrenze lebt, geht man nachts einfach nicht mit dem neuesten iPhone Modell, ordentlich betrunken spazieren und man macht auch keine Fotos mit einem iPad, dass man danach unachtsam auf dem Tisch liegen lässt.

Wer jedoch ein Auge auf seine Wertgegenstände wirft, der wird schnell sehen, wie sicher Asien ist.

#10: Taxi, Tuk-Tuk, Massage, …

Als ich zum ersten Mal in Thailand aus einem Bus gestiegen bin und von Tuk-Tuk-Fahrern belagert wurde, war mir dieses aufdringliche Verhalten doch etwas zu viel. Mittlerweile kann ich nicht mehr ohne.

Klar nervt es mich manchmal auch, wenn ich gerade hungrig durch die Straßen nach einem Restaurant suche. Doch generell mag ich es, wenn ich abends durch die Stadt gehe und mir alle paar Meter etwas anderes zugerufen oder angeboten wird.

Ich habe mittlerweile Spaß daran, den gesprächigen Herren am Straßenrand einen witzigen Konter entgegenzuwerfen und sie anzulächeln. Worauf die Menschen auch stets mit einem Lächeln reagieren. Zu oft werden sie ignoriert oder blöd angemacht. Immerhin wollen die Menschen ja nur ihren Lebensunterhalt verdienen.

Und manchmal hat sich daraus auch eine tolle Tuk-Tuk-Tour oder zumindest ein kurzes Gespräch ergeben.

Bootsfahrt in Mekong

Bootsfahrt in Mekong.

Fazit

An Asien und seine gastfreundlichen Menschen habe ich mein Herz verloren. Besonders die asiatische Küche und die wunderschöne Natur hat es mir angetan.

Diese Liste ist nur ein kleiner Auszug dessen, weshalb Asien ein sehr attraktives Reiseziel ist und es dort nichts gibt, wovor du dich fürchten müsstest.

Wenn du also noch nicht dort warst solltest du diesem wundervollen Kontinent bald mal einen Besuch abstatten. Auch du wirst dich verlieben!

Über Sandra

gastbeitrag sandra

Auf ihren Blog www.reiseerfahrungen-blog.de schreibt Sandra über ihre Erfahrungen – die guten und auch über die weniger guten – auf ihrer Weltreise.

Ihre Reiseziele erkundet sie abseits von Touristenpfaden und lernt gerne die Menschen und Kulturen des Landes kennen. Sie kocht (und isst) leidenschaftlich gerne, genießt die Ruhe am Strand oder ist aktiv beim Wandern, Klettern oder Tauchen. Und natürlich schreibt sie gerne.

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Kommentare

  1. Sandra sagt:

    Vielen Dank Igor!
    Es war ganz großartig in Erinnerungen zu schwelgen. Ich hab mich dabei fast ein zweites Mal in Asien verliebt 😉

  2. Hans-Georg sagt:

    Asien würde mich ja auch interessieren. Soll ja auch landschaftlich ganz toll sein. Aber mein Mann würde da wohl nicht mitmachen – leider.

    • Igor Igor sagt:

      Hej Hans-Georg
      Du hast ihm diesen Artikel gezeigt und er möchte immer noch nicht? 🙂
      Grüsse, Igor

    • Hans-Georg sagt:

      Wir haben uns schon ein paar Mal über Asien unterhalten. Da schaltet er komplett ab. Aber wie das in einer Partnerschaft bzw. Ehe so ist, man findet immer einen Weg für einen Urlaub.

    • Igor Igor sagt:

      Viel Erfolg und Überzeugungskraft! 🙂

  3. Sandra sagt:

    Hallo Hans-Georg,
    als „sanften“ Einstieg kann ich beispielsweise Singapur empfehlen. Ist zwar eine moderne und ganz nebenbei wirklich sehenswerte Stadt, hat aber doch in so mancher Gasse den asiatischen Charme, den ich so mag.
    Als ein unschlagbares Argument muss ich auf die köstliche asiatische Küche hinweisen. Vielleicht solltet ihr eure nächste Urlaubsplanung beim Thailänder besprechen;-)
    Wo auch immer euch euer nächster Urlaub hinführt, wünsche ich euch unvergessliche Erlebnisse.
    LG Sandra

  4. Oli sagt:

    Sorry, wenn ich hier mal auf Besserwissermodus schalten muss, aber Asien besteht nicht nur aus Thailand und Südostasien. Keiner der genannten Punkte trifft beispielsweise auf Japan oder Südkorea zu – zwei grandiose Länder, die ebenfalls in Asien liegen. Von Zentralasien, Westasien und Südasien will ich gar nicht anfangen… 🙂

    • Igor Igor sagt:

      Hej Oli
      Da hast du absolut recht. Die geografische Definition beinhaltet sicherlich ein grösseres Gebiet. Wir mussten den Titel aber kurz und knackig halten und „falsch“ ist es nicht. Einfach nicht ganz vollständig. 🙂
      Grüsse, Igor

    • Sandra sagt:

      Hallo Oli,
      da hast du natürlich mehr als recht. Asien ist so riesig, da kann man kaum meine Erfahrungen als Einzelperson in den genannten Ländern anwenden. Trotzdem liebe ich das, was ich bereits gesehen habe und freue mich schon auf meine nächsten Asienreisen, die mich definitiv auch nach Japan führen werden.

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