LEBEN IN HONGKONG: DIE STADT DER GEGENSÄTZE

28. Februar 2016

HongKong Hong Kong Budha Tempel

Typische altmodische chinesische Bauart.

Hong Kong – die Heimat des Jungen Bruce Lee’s und einer der wohl gegensätzlichsten Orte auf unserem Planeten.

Es ist eines dieser Ecken, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Egal ob arm oder reich, offen oder verschlossen, Kultur oder Moderne – in dieser Weltmetropole ist alles anzutreffen.

Einbrechende Häuser und Neubau

Bei unserer Ankunft in Hong Kong haben wir ein Taxi vom Flughafen zu unserem Hotel in Kowloon genommen. Dabei hat uns der freundliche Fahrer mit gebrochenem Englisch versucht zu erklären, wie unterschiedlich Hong Kong ist.

Während der Fahrt sind wir durch schöne wie auch durch sehr heruntergekommene Stadtteile durchgefahren, sogenannte Ghettos.

Beim Hotel angekommen erblickten wir auf der linken Seite unser riesiges, schönes und sehr modernes Hotel. Auf der rechten Strassenseite dagegen waren veraltete Hochhäuser, überfüllt mit Einheimischen.

Während den zahlreichen Spaziergängen durch die Strassen werden die extremen Unterschiede sehr deutlich. Die einen Hochhäuser brechen fast zusammen, während im Hintergrund riesige Komplexe in neuster und modernster Bauweise ragen.

Bei unserem Besuch habe ich mich immer wieder gefragt, wieso die Unterschiede so krass sein müssen und wie sich die Menschen, unabhängig ob arm oder reich, dabei wohl fühlen.

Hong Kong Tipp #1: Angekommen in der Stadt solltest du auf das Taxi verzichten. Die kleinen und unscheinbaren Ecken machen Hong Kong aus und diese wirst du bei einer Fahrt sehr wahrscheinlich völlig übersehen.

hong kong armut

Zerfallende Häuser und Neubaukomplexe.

hong kong sklyine

Die Skyline von Hong Kong bei Nacht.

Reis und Steak

Ebenfalls wird der Unterschied bei den Essmöglichkeiten doppelt und dreifach unterstrichen.

Du kannst mit Einheimischen gegenübersitzen und ein Mittagessen mit Getränk und Dessert für knapp 6,5 – 7,5 € pro Person haben oder auf Hong Kong Island im touristischen Gebiet ein einziges Getränk für dieses Geld bekommen.

Je mehr man sich von den Gebieten entfernt, die fast ausschliesslich von Chinesen bewohnt sind, desto teurer wird es und desto tiefer wirst du in die Tasche greifen müssen! Das geht soweit, dass du für das gleiche Mittagessen mit Getränk und Dessert um die 32 € zahlst.

Hong Kong Tipp #2: Immer schön auf die Preise in Restaurants achten! Auch sind die Abende in vollgefüllten chinesischen Restaurants voller Einheimische unvergesslicher als Restaurants mit zahlreichen Touristen.

hong kong essen

Typisches asiatisches Essen und das passende Besteck.

Kownloon und Hong Kong Island

Während den Spaziergängen durch Kownloon siehst du vielleicht 5 Nicht-Asiaten am ganzen Tag. Dieser Stadtteil ist ziemlich chinesisch und relativ wenig von den Touristen besucht. Das ist zumindest mein Empfinden gewesen, Statistiken könnten was anderes sagen.

Wenn du im Kownloon zum Hafen kommst, wo ebenfalls die Fähre für die Fahrt nach Hong Kong Island ist, wird es schon etwas „vermischter“.

Einer der Gründe könnte auch die beliebte Avenue of Stars sein. Hier haben zahlreiche Schauspieler, Musiker und Künstler aus Hong Kong ihre Handabdrücke in den Beton verewigt. Ebenfalls hier ist der Stern von Jackie Chan und Jet Li, sowie die berühmte Bruce Lee Statue mit Hong Kong Island im Hintergrund zu sehen.

Angekommen auf Hong Kong Island sind all die „vermissten“ Touristen in Scharen anzutreffen. Hier wird es teurer, touristischer und moderner. Ebenfalls ist hier das Party-Viertel Lan Kwai Fong, welches für verrückte Nächte garantiert!

Hong Kong Tipp #3: Tagsüber ist zu empfehlen immer mit der Fähre zwischen Kownloon und Hong Kong Island zu fahren. Der Preis ist im Cent- bzw. Rappen-Bereich.

Nach einer Partynacht in Lan Kwai Fong wird es hingegen ziemlich teuer! Während der Nacht gibt es keine Fähren oder U-Bahnen und du kommst nur mit dem Taxi wieder ins Hotel.

hong kong bruce lee

Statue von Bruce Lee und Hong Kong Island im Hintergrund.

hong kong jackie chan

Der Stern von Jackie Chan auf der Avenue of Stars.

Offenheit und Verschlossenheit

Die Menschen in Hong Kong könnten nicht unterschiedlicher sein.

Während die Bedienung einiger Restaurants sehr zu wünschen übrig lässt, sind andere Einwohner wiederum sehr freundlich und hilfsbereit.

Am Anfang hatte ich etwas Mühe, wenn ich nicht angemessen behandelt wurde, aber das machen die vielen freundlichen Menschen wieder gut. Dann war meine kleine Welt auch wieder in Ordnung.

Während dem Aufenthalt wurden wir oft schüchtern aus der Ferne angeschaut und dann haben wir wieder Momente erlebt, wo wir von vielen verschiedenen Chinesinnen angesprochen wurden um mit ihnen ein Foto (selbstverständlich mit Peace-Zeichen) zu machen.

Irgendwie stehen die auf grosse, europäische Männer. Sehr freundliches Völkchen!

hong kong statue

Eines der vielen Stauten im Tempel der 10’000 Buddhas.

hong kong schiff

Die alten Transportschiffe sind noch Heute unterwegs.

Kultur und Moderne

In Hong Kong gibt es viele Ecken, die immer noch sehr an der chinesischen Kultur und deren Geschichte festhalten.

Immer wieder findet man kleine Oasen, Tempel und Gärten in denen man sich einfach aus dem stressigen Alltag ausklinken kann und zur Ruhe kommt.

Nicht zu vergessen ist der Tempel der 10’000 Buddhas im Stadtteil Sha Tin. Hier sind zahlreiche (wohl 10’000?) vergoldete Buddha-Statuen vorzufinden.

Wenn du den längeren Weg hinauf geschafft hast kommst du endlich im Tempel an. Hier sind viele Chinesen anzutreffen, wie sie ein Gebet sprechen und bei den schönen Buddha-Statuen ein Geschenk als Opfergabe lassen. Für mich das Highlight meines Hong Kong Besuchs!

Auf der anderen Seite gibt es in der Stadt selbst eine grosse Anzahl an modernen Einkaufszentren und grossen Spielhallen mit sehr komischen und bunten Spielautomaten. Gehört verständlicherweise auch zur Asiatischen Kultur, hat aber nichts mehr mit den alten Kung Fu Filmen zu tun.

Hong Kong Tipp #4: Auf der Hong Kong Island solltest du auch die Möglichkeit ausnutzen und auf den Victoria Peak rauffahren. Schon die Fahrt mit dem Tram ist wegen der extremen Schräge einzigartig.

Oben angekommen hast du die Möglichkeit einen unvergessliche Aussicht (sofern das Wetter mitspielt) auf Hong Kong zu bekommen.

Auch findest du hier oben das Madame Tussauds Museum und einige gute Restaurants mit leckerem Essen.

hong kong tempel

Altar im Tempel der 10’000 Buddhas.

hong kong mönche

Goldene Mönch-Statuen auf dem Weg in den Tempel.

hong kong mönch

Der Mönch in der modernen Welt der Smartphones.

hong kong spielautomaten

Die asiatischen Spielhallen – bunt und einfach anders.

Reich und Arm

Um den Kreis wieder zu schliessen muss ich sagen, dass mich diese krassen Gegensätze sehr überwältigt haben.

In der gleichen Strasse findest du einen Shop mit modernster Elektronik und ein paar Häuser weiter einen kleinen Metzgerladen, der sein Fleisch neben der Strasse aufhängt, während dieses den Strassensmog in sich aufsaugt.

Du triffst auf Geschäftsleute in modernsten Anzügen, wie sie in Eile zum nächsten Termin sind. Ein paar Augenblicke später siehst du einen älteren Herr in traditionellem Kimono, wie er in aller Ruhe die Strasse runterschländert.

Hong Kong Tipp #5: Auf der Strasse wirst du als Nicht-Asiate sehr oft von dubiosen Strassenhändlern angesprochen, ob du einen massgeschneiderten Anzug kaufen möchtest.

Am besten einfach ignorieren und weiterlaufen. Das freundliche Ablehnen wird dir nach dem 17 mal bestimmt zu viel.

hong kong taffeln

Bei Tag sehen die alten Reklamen etwas unschön aus.

hong kong hochhaus

Eines der neuen Einkaufszentren in vergoldetem Design.

Fazit

Hong Kung – so gegensätzlich, mehr geht nicht! Und dennoch macht die positive Verrücktheit diesen Ort auf seine Art irgendwie schön und einzigartig.

Die Skyline ist atemberaubend und die Kultur, wie auch deren Geschichte sind höchst interessant!

Hong Kong muss man gesehen haben! Auch würde ich dir ans Herz legen, die Lantau Island zu besuchen. Leider haben wir es bei unserem Besuch etwas „verschlafen“, doch von Bekannten nur das beste gehört.

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Kommentare

  1. An meinen Besuch in Hongkong denke ich auch gerne zurück. Ich reiste damals von China aus ein und obwohl die Stadt heute zu China gehört ist es doch eine andere Welt. Die Preise fürs Essen dürften sich ziemlich nach oben entwickelt haben. Ich habe 1-2 Euro für ein Gericht in den kleinen Restaurants in Erinnerung.

    • Igor Igor sagt:

      Salut Andersreisender
      Hong Kong ist auf jeden Fall immer noch irgendwie selbstständig. Die Preise in den kleinen Restaurants fanden wir immer noch sehr günstig, scheint aber auch schon weniger gewesen zu sein! 🙂
      Cooler Einblick in die Vergangenheit!
      Grüsse, Igor

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