KRAKAU: EINE STADT VOLLER GESCHICHTE ERLEBEN

27. April 2017

Hauptmarkt von Krakau.

Es gibt die Städte, die will jeder unbedingt mal besucht haben. Dann wiederum gibt es die Städte, in denen man mal gelandet ist und schlussendlich ganz froh darüber war. Einer dieser ist Krakau.

Sobald man von Polen redet, denkt jeder an die Hauptstadt Warschau und wie grossartig sie wohl sein mag. Auch mir ging es nicht anders, ich hatte nur das Beste gehört und wollte unbedingt hin. Doch dann kam ein Grund hervor, warum es doch nicht die Hauptstadt sein sollte, sondern die Reise nach Krakau führen würde.

Eine Stadt voller kultureller Vielfalt

Mein pazifistisches Herz blüht jedes Mal auf, wenn ich mich in eine Stadt verlaufe in der so unterschiedliche Menschen einfach bestens miteinander klarkommen, worüber sich in anderen Ecken dieser Welt Menschen aufregen und gerne darüber nörgeln.

Angekommen in Zentrum von Krakau landet man im Herzen einer Stadt unterschiedlichster Religionen und Menschen. An jeder Ecke befinden sich unzählige Synagogen unmittelbar neben katholischen Kirchen und tragen zur Schönheit der Stadt bei.

Wer hierbei noch mehr Lust dazu bekommt, in die Geschichte der Juden von Polen einzutauchen, kann in der Stadt selbst das Jüdische Viertel besuchen und in das Leben einer vielleicht entfremdeten Kultur und Religion eintauchen. Der Besuch der alten Synagoge eignet sich hierzu perfekt.

Die Kulturvielfalt geht auf dem Hauptmarkt Rynek Główny weiter. Hier tobt das Leben in strahlender Sonne, während unterschiedliche Animateure die Besucher unterhalten, Kinder ihre Lebensfreude herausposaunen und verträumte Touristen sich in einer Kutsche herumführen lassen. Das ist glaube ich diese Romantik, von der alle reden.

Hier befinden sich bei einer kurzen Umdrehung um die eigene Achse ebenfalls die Marienkriche, sowie die Krakauer Tuchhallen. Grossartige Architektur.

Es gibt diese Sehenswürdigkeiten, an denen man vorbeiläuft, vielleicht ein paar Fotos macht, ein kleines Schmunzeln ins eigene Gesicht zaubert und dann auch schon weitergeht. Dann gibt es aber auch diese, an denen man fast schon vorbeiläuft, aus irgendeinem Grund ganz zufällig die Schönheit entdeckt und darauf für eine Weile einfach stehen bleibt.

Genau das ist mir etwas ausserhalb vom Hauptmarkt passiert. Hier befindet sich die wundervolle St. Peter-und-Paul-Kirche. Wenn die vielen Skulpturen, die sich unmittelbar vor dem Kirchentor befinden in der Sonne erstrahlen, haltet man am besten eifnach für einen Moment an, spürt die Sonnenstrahlen auf der eigenen Haut und versinkt in eigenen Gedanken.

Und am späten Abend? Den Partygängern unter uns kann ich ebenfalls den Hauptmarkt ans Herz legen. Hier geht es etwas abseits der gängigen Grossraumdiscos in zahlreichen Bars weiter. Es wird bei unterschiedlicher Musik und Zielgruppe bis tief in die Nacht geredet, gelacht, geflirtet und Geschichten fürs Leben geschrieben. Ebenfalls kann man hier gut essen. Moaburger ist hierbei mein ganz grosser Favorit. Ich liebe den Laden einfach.

Marienkirche im Herzen von Krakau.

Durch die Altstadt schlendern. Unbezahlbar.

Zu Besuch im Judenviertel von Krakau.

Wandbemalung mit jüdischer Symbolik.

Die alte Synagoge im Judenviertel.

Die St. Peter-und-Paul-Kirche mit den grossartigen Statuen im Vordergrund.

Eine weitere Synagoge im Stadtkern.

Streetart in der Stadtmitte. Bist du ebenfalls glücklich?

Krakau bei Nacht.

Geschichte an jeder Ecke

Schon während der Taxifahrt vom Flughafen (benannt nach dem Papst Johannes Paul II.) richtung Stadtzentrum fährt man um das riesige Gelände, auf dem sich die Burg Wawel befindet. Hier befindet sich auch der Wawel-Drache in Skulpturform.

Was ist das für ein Drache in allen Souverinläden?

Wer auf den Spuren der Geschichte ist, sollte sich für einen etwa halbstündigen Marsch vorbereiten und mit einer guten Karte oder Kartenapp auf die andere Seite über die Brücke machen. Etwas weiter ausserhalb vom Stadtkern befindet sich die berühmte Fabrik von Oskar Schindler. Wer die Geschichte dahinter nicht kennt, sollte unbedingt den Film „Schindlers Liste“ anschauen. Am besten mehrmals hintereinander. Ich glaube aber nicht, dass es Menschen gibt, die den Film nicht bereits kennen.

Ich muss schon sagen, wenn man vor der Fabrik steht, kommt in einem schon ein etwas mulmiges Gefühl hervor. Aber Reisen ist nicht immer Sommer, Sonne und Glücksgefühle. Es geht um die Menschen dahinter.

Wawel Burg aus der Frontansicht.

Im Hof der Wawel Burg.

Alte Bauweise, ein Augenschmaus.

Ich nenne es „Tag & Nacht“.

Die Fabrik von Schindler. Ein grosses Stück Geschichte.

Klares Statement.

Die Schicksale von Auschwitz-Birkenau

Der Grund, warum ich mich für Krakau und gegen Warschau entschieden habe ist das Interesse an einem Besuch des KZ-Lagers Auschwitz-Birkenau.

Täglich werden Touren von Krakau nach Auschwitz-Birkenau organisiert und nach einer etwas einstündigen Fahrt taucht man in eine völlig andere Welt voller nachdenklicher Gesichter, trauriger Geschichten und einzelner, sehr traurigen und einfach unmenschlichen Schicksale.

Eingang zum KZ Lager von Auschwitz.

Die berühmte Schiene von Birkenau.

Krakau’s Schätze

Ebenfalls etwas ausserhalb von Krakau, schätzungsweise etwa eine halbe Autostunde entfernt, befindet sich das Salzbergwerk Wieliczska. Hier angekommen geht es leider in relativ grosser Touristenmasse über eine Holztreppe 130m unter die Erdoberfläche in das UNSECO-Weltkulturerbe. Unten angekommen befinden sich in der stillgelegten Salzmiene unter anderem eine kleine Kirche, sowie Kapellen und andere aus Salz gemeisselte Kunstwerke.

Wieder auf der frischen Luft kann ich wie so ziemlich in jeder fremden Stadt empfehlen, einfach mal in das Leben der Einheimischen einzutauschen. Während meinem Besuch als Alleinreisender kommt es immer wieder in verschiedenen Situationen mit Einheimischen, sowie anderen Kulturbegeisterten zu kleinen Smalltalk-Runden. Auch wenn es bloss 2-3 Sätze waren, sie versüssten mir den Tag.

130m unter der Erdoberfläche in der Salzmiene.

Altar aus Salz gebaut.

Kunst tief innerhalb der Miene.

Eine kleine Kapelle. Schön, nicht?

Warst du schon mal in Krakau? Wie hat es dir gefallen?

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